100 Jahre Universitäts-HNO-Klinik Rostock

Herausgegeben von Burkhard Kramp

Vorwort


Vor 100 Jahren steckte die HNO-Heilkunde noch in den Kinderschuhen und bemühte sich um ihre Anerkennung als eigenständige Spezialität mit dem Anspruch, die Patienten fachgerecht zu behandeln und an den Universitäten ein anerkanntes Prüfungsfach zu werden. Wir sehen heute voller Ehrfurcht und Respekt auf die Leistungen der frühen Fachvertreter, die sie ohne alle die uns heute zur Verfügung stehenden modernen Hilfsmittel vollbrachten.

 

So war es zum 100jährigen Geburtstag der Rostocker Hals-Nasen-Ohrenklinik, den wir am 25. Oktober 1999 begehen, eine große Herausforderung und eine reizvolle Aufgabe, den Bogen von den Anfängen der HNO-Heilkunde an der Rostocker Universität bis in die Jetztzeit zu schlagen, zumal die Rostocker Klinik eine Vorreiterrolle in der Verschmelzung der Teilgebiete Otiatrie, Laryngologie und Rhinologie als erste HNO-Fachklinik in Deutschland und Nordeuropa übernahm.

 

Zu dieser Zeit gab es schon das 1887 begründete Throat Hospital in London und die Klinik für Hals-Nasen- und Ohren-Kranke in Moskau unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Stanislaus von Stein, die am 01.11.1896 durch eine großzügige Spende von Frau Julie Bazanova eröffnet worden war, als eigenständige HNO-Fachkliniken. Nur durch das Engagement der jungen und gestandenen Generation der ärztlichen und naturwissenschaftlichen Mitarbeiter unserer Klinik, konnte die Geschichte der Klinik lückenlos dargestellt werden. Ihnen sei herzlich gedankt!

 

Gleichfalls möchte ich mich hiermit bei den Zeitzeugen bedanken, die geduldig unsere Fragen beantwortet und wertvolles Text- und Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben. Gerne erinnere ich mich an den wunderschönen Nachmittag bei Frau Olga Steurer in Hamburg, die anregenden Gespräche mit Frau Käthe Hesse in Rostock, die Besuche von Herrn Prof. Dr. Kurt Dietzel, meinem ersten Chef, der mir einen bisher unbekannten Lebensabschnitt öffnete und mich daran teilhaben ließ sowie die bereitwillige Darstellung seines „Vor-Rostock-Lebens“ von Herrn Prof. Dr. Heinz-Joachim Scholtz.

 

Herrn Prof. Dr. Hans Wilhelm Pau danke ich für seine Anregungen und Förderung, die zum Gelingen des Buches beigetragen haben.

 

Besonders möchte ich mich bei den ehemaligen Mitarbeitern der Rostocker Klinik Frau Dr. Hanna Bennöhr, Herrn Dr. Arno Tamm, Herrn Prof. Dr. Ernst Lehnhardt, Herrn Dr. Dr. Bodo Gerth, Herrn Dr. sc. med. Dieter Kleinfeldt, Herrn Dr. rer. nat Dietrich Dahl, Herrn Dr. sc. med. Joachim Steps, Frau Dr. Christel Westpfahl, Frau Dr. Irmtraut Schomacker, Herrn Dr. Detlef Kleemann und Frau Irma Drefahl für ihre Schilderungen über das Leben an der Rostocker Klinik und die aktive Mitgestaltung bedanken.

 

Herr Dr. Horst Müller aus Kühlungsborn erzählte mir aus dem Studentenleben einschließlich der HNO-Ausbildung an der Rostocker Universität in der Nachkriegszeit. Frau Dr. Kathrin Junge beschrieb sehr eindrucksvoll die Erlebnisse ihrer Großmutter, Frau Elfriede Stüwe, mit ihrem zweijährigen Sohn, der sich 1943 während der Bombenangriffe auf Rostock wegen einer Mastoiditis in der stationären Behandlung der Rostocker HNO-Klinik befand.

 

Ja, es gelang sogar, mit Frau Liselotte Burdack Kontakt aufzunehmen, die uns ihre Begegnung mit Prof. Dr. Otto Körner 1926 beschrieb, der bei ihr eine Adenotomie ausführte.

 

Frau Dr. Barbara Scior und Herr Wolfgang Schmidt gaben mir die Lebensdaten Ihrer Väter, Herrn Prof. Dr. Georg Kriegsmann und Dr. Walter Schmidt. Herr Dr. sc. med. Werner Bruchmüller wies auf die Beschreibung der ersten Laryngektomie im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin hin.

 

Herr Dr. Walter Sadenwasser überließ mir wertvolle Schriften Otto Körners aus seiner Bibliothek.

 

Die Historiker Dr. Karsten Schröder und Dr. Peter Jakubowski haben es sehr gut verstanden, die Stadt Rostock und die Rostocker Universität als den Rahmen zu zeichnen, in dem unsere Klinik verankert ist.

 

Ohne die fleißige Arbeit unserer Sekretärinnen, Frau Gabriele Plothe, Frau Gundula Schwarz und Frau Sybille Diederich, die unermüdlich die Manuskripte verlagsgerecht aufarbeiteten, wäre die Fertigstellung dieses Buches nicht gelungen. Ihren Müttern bzw. Großmüttern danke ich für die Übersetzung „altdeutscher Originaltexte“ in eine uns verständliche Form.

 

Last, not least, bedanke ich mich für das Verständnis und die Förderung durch die Verwaltung unserer Medizinischen Fakultät sowie bei den Sponsoren, die im Anhang aufgeführt werden, ohne die eine Drucklegung nicht gelungen wäre. Ich hoffe, daß nun eine Chronik der 100jährigen Rostocker HNO-Klinik vorliegt, die das Leben an dieser Einrichtung mit all ihren Facetten beschreibt.

 

Rostock, im April 1999

Prof. Dr. Burkhard Kramp