CORA – Gefangen in einer anderen Welt

Tagebuchaufzeichnungen


Buchtitel Cora – Gefangen in einer anderen Welt, Verlag Matthias Oehmke

Diese ergreifenden Tagebuchaufzeichnungen (1989-1999) einer jungen Ärztin stellen den Versuch dar, zu einem Selbstverständnis im täglichen Umgang mit ihrer Krankheit zu finden – einer Krankheit, die letztendlich fast eine ganze Familie zerstört hat: die Depression. Ob dieser Versuch gelungen ist, muss offen bleiben.

Hier liegen Texte vor, die nicht nur Fragen anderer Betroffener und deren Familienangehörigen beantworten können: Es ist ein solch bewegendes Buch entstanden, das man erst dann wieder aus der Hand legen möchte, wenn die letzte Seite gelesen ist.

 

Cora, wohnhaft in Leipzig, erfolgreich das Medizinstudium abgeschlossen, glücklich verheiratet, Mutter eines Sohnes, ist dieser Krankheit wehrlos ausgeliefert, wird zunehmend tablettensüchtig, schlägt Behandlungsmöglichkeiten aus ...

 

Der Leser wird ganz und gar einbezogen in ihre Gedanken, Gefühle, ihre immer wieder erfolglosen Versuche, ein „normales“ Leben zu führen. Aber er erlebt auch die Hilflosigkeit Conrads, der versucht, das Geschehen zu kommentieren, die Hilflosigkeit und Wertungen der anderen Familienmitglieder, er erlebt die Lösung – als Erlösung?


Am Ende bleibt eine unendliche Traurigkeit, bleiben aber auch Fragen: Ehemann, Geschwister, dominante Mutter, Freunde – hätten sie etwas und damit das Richtige tun können? Haben sie richtig gehandelt? Und die Ärzte? Was ist überhaupt richtig und falsch in solchen Situationen, wie Cora und Conrad sie beschreiben und erleben?


Ein Tagebuch, das erschüttert – und ...? Ja, es gibt Anregung zum Umgang mit dem Leben, zum Nachdenken über Entwicklungen und damit letztendlich über die Beziehungen der Menschen untereinander.